Darkways

Dunkle Wellen aus Barcelona

Es gibt Bands, bei denen man nach den ersten Takten sofort weiß, wo man ungefähr gelandet ist. Und dann gibt es Darkways.

darkways

Wobei das bei Darkways vielleicht doch nicht ganz stimmt. Denn natürlich hört man ziemlich schnell: Goth Rock, Darkwave, Post-Punk, Synths, dunkle Gitarren. Aber gleichzeitig steckt in dieser Mischung genug Eigenes, dass es nicht einfach nach dem nächsten Versuch klingt, irgendeinen alten Sound wieder aufzuwärmen.

Darkways kommen aus Barcelona und sind inzwischen als Duo unterwegs. Ihre Musik verbindet die Wurzeln des Darkwave mit klassischem Goth Rock, Post-Punk und elektronischen Texturen. Dazu kommen Einflüsse aus Rock und Metal, die dem Ganzen etwas mehr Druck geben.

Und genau dieser Druck gefällt mir.

Denn Darkways können melancholisch sein, ohne in dieser typischen Schwermut stecken zu bleiben. Die Songs haben Bewegung. Bass und Drums treiben nach vorne, Gitarren ziehen ihre dunklen Linien durch die Stücke und darüber liegen Synthesizer, die immer wieder an die kalte elektronische Seite des Genres erinnern.

Das ist Musik für den Dancefloor.

Aber eben nicht nur.

Das Debütalbum „Resonance“, das 2024 erschien, hat bereits ziemlich deutlich gezeigt, wohin die Reise geht. Darkwave und Post-Punk treffen hier auf Goth Rock und Synth-Sounds, wobei die Band immer wieder diese Mischung aus Melodie und Dunkelheit findet, die einen Song auch nach dem ersten Hören im Kopf bleiben lässt.

Tracks wie „I Like The Night (And The Night Likes Me)“, „Shadowdancer“ oder „Resonance“ gehören für mich genau in diese Kategorie.

Dunkel, melodisch und trotzdem nicht leblos.

Was ich an Darkways besonders mag, ist diese Verbindung zur klassischen Gothic-Szene, ohne dass daraus ein reines Retro-Projekt wird. Natürlich hört man die großen Vorbilder heraus. Man hört die Atmosphäre, die Gitarren, die Synthesizer und diese typische Spannung zwischen Melancholie und Tanzbarkeit.

Aber Darkways machen daraus ihren eigenen Sound.

Das zeigt sich auch auf „Rust“, dem 2026 erschienenen Album. Schon das Thema ist deutlich schwerer: Verfall, Vergänglichkeit, Alter, Tod, Identität und die Erkenntnis, dass nichts von Dauer ist. Der Titel „Rust“ passt deshalb ziemlich perfekt zu dieser Musik.

Und trotzdem ist das Album nicht einfach nur deprimierend.

Es hat Energie.

Vielleicht sogar gerade deshalb.

Denn Dunkelheit funktioniert für mich in der Musik dann am besten, wenn sie nicht versucht, eine bestimmte Stimmung zu erzwingen. Wenn sie einfach da ist und trotzdem Bewegung zulässt.

Darkways schaffen genau das.

2025 und 2026 wurde außerdem deutlich, dass die Band ihren Radius erweitert. Veröffentlichungen wie „Eternidad“, „Requiem“, „Hollow“ und die 2026 erschienenen „Hollow (Nightcrawler Remixes)“ zeigen, dass Darkways nicht einfach bei ihrem Debüt stehen bleiben.

Und auch live scheint sich das Ganze inzwischen ordentlich entwickelt zu haben. 2025 waren Darkways bei mehreren europäischen Festivals und Shows unterwegs, darunter das Wave-Gotik-Treffen, Castle Party, Ombra und weitere Veranstaltungen. Dazu kamen gemeinsame Bühnen mit etablierten Namen der Szene. Für 2026 stehen weitere Termine in Deutschland und Italien auf dem Programm.

Das passt für mich ziemlich gut.

Denn Darkways sind keine Musik, die nur im Kopfhörer funktioniert.

Diese treibenden Rhythmen, die Gitarren und die Synthesizer verlangen eigentlich nach einem dunklen Raum, Licht von irgendwo hinten und einem Dancefloor, auf dem irgendwann niemand mehr darüber nachdenkt, ob das gerade Gothic, Darkwave oder Post-Punk ist.

Es ist einfach dunkel.

Und es bewegt sich.

Genau das ist für mich die Stärke von Darkways.

Sie nehmen eine Musiktradition, die inzwischen so viele Jahrzehnte alt ist, und behandeln sie nicht wie ein Museum.

Sie lassen sie weiterleben.

Mit Gitarren.

Mit Synths.

Mit Melancholie.

Und mit ordentlich Druck.

Einstieg

Ich würde mit „Resonance“ anfangen und mich dann über „I Like The Night (And The Night Likes Me)“, „Shadowdancer“ und „Hollow“ weiterarbeiten.

Danach unbedingt „Rust“ hören.

Denn wenn man verstehen will, wohin Darkways gerade gehen, führt an diesem Album für mich kein Weg vorbei.

Darkways sind für mich ein gutes Beispiel dafür, dass Goth Rock und Darkwave auch heute noch verdammt lebendig sein können – wenn man sie nicht zu vorsichtig behandelt.

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Bandcamp:
https://darkways.bandcamp.com/


 

 


Darkways – Dark Waves from Barcelona

Dark Waves from Barcelona

There are bands where you hear the first few bars and immediately know roughly where you have landed. And then there are Darkways.

The duo from Barcelona move somewhere between Goth Rock, Darkwave and Post-Punk, mixing dark guitars, synths and electronic textures with influences that sometimes reach into rock and metal. Nothing about it feels like a simple attempt to recreate some supposedly glorious past.

And that is exactly what I like about Darkways.

There is a familiar darkness in their sound. Cold, melodic, sometimes melancholic, sometimes more aggressive. But there is also enough modern electronic atmosphere to keep it from becoming another nostalgic trip through the same old Gothic records.

Barcelona is probably not the first city that comes to mind when you think of darkwave. But maybe that is part of the appeal. Darkways sound like a band that has taken the darker side of the city and turned it into music – neon lights, shadows, empty streets and that strange feeling of being awake while everyone else has disappeared.

Between Goth Rock and Darkwave

Their music works particularly well when the guitars come forward and the synths create the space around them. There is that classic Goth Rock feeling, but it is not trapped in the 1980s or 1990s.

“Resonance” from 2024 is a good starting point. Darkwave, Post-Punk and Goth Rock come together here with electronic textures and a distinctly melancholic atmosphere.

Then there is “Rust”, released in 2026. The track digs deeper into decay, passing time, aging, mortality and the gradual erosion of identity. Not exactly cheerful material – but this is Darkways, after all.

What makes it interesting is that the darkness never feels completely static. There is movement in it. Rhythm, guitars and synths keep pushing things forward.

And yes, I can easily imagine this working on a darkwave dancefloor.

A band that keeps moving

Darkways have also become increasingly visible within the European Gothic and darkwave scene, appearing at festivals and events alongside established names.

That makes sense.

Their music is dark enough for the Gothic scene, electronic enough for the darkwave crowd and guitar-driven enough for people who still need a little bit of rock in their darkness.

For me, that combination is one of their biggest strengths.

Darkways don't need to reinvent dark music. They simply take elements that have always worked – guitars, synths, melancholy, rhythm and atmosphere – and put them together in their own way.

Where to start

I would start with “Resonance” and then move on to “Rust”.

From there, go backwards through releases like “Hollow”, “Fading Time”, “Requiem” and “Eternidad”. You can hear how the sound develops and becomes increasingly confident.

Darkways are, for me, a good example of the fact that Goth Rock and Darkwave are still very much alive today – as long as you don't treat them too carefully.